Der reguläre Support für TYPO3 v11 LTS ist im Oktober 2024 ausgelaufen – und seit April 2026 erhält auch TYPO3 v12 LTS keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Wer heute noch v11 betreibt, hat genau zwei Optionen: kostenpflichtiges ELTS oder das Upgrade auf v13 LTS, das bis Oktober 2027 frei unterstützt wird. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie der Umstieg ohne Datenverlust und Ausfälle gelingt.
Kurz gesagt
- TYPO3 v11 erhält seit Oktober 2024 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr, v12 seit April 2026 – sicheres Ziel ist v13 LTS mit freiem Support bis Oktober 2027.
- Der empfohlene Weg ist zweistufig: 11 → 12 → 13, mit Extension-Updates als Zwischenschritt.
- Größter Aufwandstreiber sind die Extensions – das Extension-Audit kommt vor allem anderen.
- Technische Basis: PHP 8.2+ (empfohlen 8.3), MySQL 8.0+/MariaDB 10.6+ und Composer.
Warum Sie jetzt handeln sollten
- Sicherheit: Für v11 ohne ELTS gibt es keine Patches mehr – jede neu entdeckte Lücke bleibt offen.
- Rechtliches Risiko: Wer personenbezogene Daten über ein System ohne Sicherheitsupdates verarbeitet, riskiert Probleme mit der DSGVO. Details dazu in unserem Beitrag zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb einer Webseite.
- PHP-Versionen: Alte TYPO3-Versionen binden Sie an alte PHP-Versionen – auch deren Support läuft aus. Hintergründe in unserem Artikel PHP extended Support.
- Kosten steigen mit dem Abstand: Jede übersprungene LTS-Version macht das spätere Upgrade aufwendiger. Der Sprung 11 → 13 ist heute gut beherrschbar – der Sprung 11 → 14 wird es nicht mehr sein.
Was Ihnen TYPO3 v13 bringt
Das Upgrade ist keine reine Pflichtübung. TYPO3 v13 LTS bringt handfeste Verbesserungen für Redaktion und Betrieb:
- Site Sets: Konfiguration wird deutlich einfacher und wartbarer.
- Modernisiertes Backend: Aufgeräumte Oberfläche, schnellere Redaktionsarbeit.
- Performance: PHP 8.2/8.3 bringt messbar schnellere Ladezeiten – gut für Nutzer und Core Web Vitals.
Eine ausführliche Übersicht finden Sie in unserem Beitrag TYPO3 v13 LTS – warum sich der Umstieg jetzt lohnt. Und falls Sie unsicher sind, was der Unterschied zwischen einem Update und einem Upgrade ist: hier erklären wir es.
Der empfohlene Upgrade-Pfad: 11 → 12 → 13
- TYPO3 11 → 12: Erster Schritt. Hier zeigen sich Extension-Kompatibilitätsprobleme – und lassen sich isoliert lösen.
- Extension-Updates: Alle Extensions auf v12-kompatible Versionen bringen, Custom-Code bereinigen.
- TYPO3 12 → 13: Nach erfolgreichem Testlauf der zweite, meist deutlich kleinere Schritt.
Wichtig: v12 ist nur Zwischenstation, kein Ziel – der kostenlose Support für v12 LTS ist im April 2026 ausgelaufen. Bei kleinen Installationen mit wenigen Extensions ist auch der direkte Sprung 11 → 13 machbar; er erhöht aber das Risiko, mehrere Fehlerquellen gleichzeitig zu treffen. Wir empfehlen in den meisten Projekten den zweistufigen Pfad.
Technische Voraussetzungen
| Komponente | Anforderung |
|---|---|
| PHP | mindestens 8.2, empfohlen 8.3 |
| Datenbank | MySQL 8.0+ oder MariaDB 10.6+ |
| Composer | TYPO3 v13 ist vollständig Composer-basiert |
Wenn Ihr Hosting noch PHP 8.0/8.1 betreibt, ist ein Hosting-Upgrade Pflicht – als Nebeneffekt gibt es 10–20 % mehr Performance. Und wer v11 noch klassisch ohne Composer betreibt, stellt im Zuge des Upgrades um – das vereinfacht das Extension-Management dauerhaft.
Extension-Audit: der wichtigste Einzelschritt
Der Aufwandstreiber Nummer eins sind Extensions. Vor dem Upgrade gehört auf den Tisch:
- Vollständige Liste aller installierten Extensions – inklusive der vergessenen.
- Welche gibt es in v13-kompatibler Version? Besonders kritisch: EXT:news, Formular-Extensions und alles Selbstgebaute.
- Welche sind verwaist und müssen ersetzt werden – oder können ersatzlos weg?
- Custom-Code mit Rector/Fractor auf Deprecations prüfen – das automatisiert einen großen Teil der Anpassungen.
Checkliste vor dem Upgrade
- Vollständiges Backup (Datenbank + Dateisystem)
- Staging-Umgebung für das Test-Upgrade aufsetzen
- Extension-Kompatibilitätsliste erstellen
- Custom-Code auf Deprecation-Warnings prüfen
- PHP- und Datenbankversion auf dem Hosting klären
- Redirects und Slugs dokumentieren, damit keine URLs verloren gehen
- Redaktions-Freeze für den Umstellungszeitraum einplanen
So läuft ein Upgrade bei pixelegg ab
Wir arbeiten seit 1998 mit TYPO3 und haben in über 400 Projekten so ziemlich jede Upgrade-Konstellation gesehen. Unser Ablauf:
- Upgrade-Check: Wir analysieren Ihre Installation (Version, Extensions, Custom-Code) und geben eine verlässliche Aufwandsschätzung – vorab, schriftlich.
- Staging: Das Upgrade läuft zuerst auf einer Kopie Ihrer Website. Ihre Live-Seite bleibt unberührt.
- Upgrade + Extension-Updates: Schrittweise über v12 nach v13, mit dokumentierten Zwischenständen.
- Tests: Redaktions-Workflows, Formulare, Suche, Mehrsprachigkeit, SEO (Redirects, Sitemaps, Metadaten).
- Go-Live + Nachbetreuung: Umstellung zum vereinbarten Zeitpunkt, danach Monitoring und laufende Wartung, damit das nächste Upgrade klein bleibt.
Häufige Stolperfallen
- Veraltete Fluid-Templates mit entfernten ViewHelpern – bricht gern erst im Frontend sichtbar.
- Fehlende Redirects nach Slug-Änderungen – kostet Rankings, oft unbemerkt.
- Scheduler-Tasks und Cronjobs, die nach dem Upgrade niemand neu einrichtet.
- Extensions, die „irgendwas Wichtiges“ tun, das niemand mehr dokumentiert hat.
- Kein Rollback-Plan für den Go-Live-Tag.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Upgrade von v11 auf v13?
Je nach Umfang: Bei kleinen Websites mit Standard-Extensions wenige Tage, bei komplexen Installationen mit viel Custom-Code mehrere Wochen. Der Upgrade-Check liefert vorab eine belastbare Schätzung.
Was kostet das Upgrade?
Das hängt von Extensions, Custom-Code und Inhaltsmenge ab – deshalb nennen wir Preise erst nach der Analyse, dann aber verbindlich. Pauschale Zahlen ohne Blick in die Installation wären unseriös.
Kann ich direkt von v11 auf v13 springen?
Technisch ja. Sinnvoll ist es bei kleinen, sauberen Installationen. In allen anderen Fällen ist der Zwischenschritt über v12 der sicherere Weg.
Was passiert, wenn ich gar nichts tue?
Kurzfristig: nichts Sichtbares. Mittelfristig: kostenpflichtiges ELTS, wachsendes Sicherheits- und Rechtsrisiko, steigende Upgrade-Kosten. Und irgendwann ist statt eines Upgrades ein kompletter Relaunch bzw. eine Migration fällig.
Sie betreiben noch TYPO3 v11 (oder älter)? Dann schauen wir kurz drauf – unverbindlich und kostenfrei: Jetzt Erstgespräch vereinbaren.